Wie motiviert ihr euch für den Pflegealltag?

Okay: Ich gehe auch nicht jeden Tag motiviert zur Arbeit. Manchmal ist es einfach schwer. Schlimmer Einsatz, Bewohner verstorben, den man wirklich mochte, nerviger Dienstplanstress auf Station. Natürlich kann man sich solche Sachen nicht schönreden á la “alles eine Frage des Blickwinkels” oder so. In Zeiten des Optimierungswahns hat man ja diesem Eindruck, dass alles dem eigenen Denken entspringt. Jeder soll gut funktionieren, sich möglichst selbst die Schuld am Zustand der Welt  geben und den inneren Frust notfalls mit Pillen und Mantras bekämpfen.

Das funktioniert (zumindest für mich) –  nicht. Ich bin da mehr für Ehrlichkeit. Auch wenn es oft schwer ist, Dinge auszusprechen, gibt es doch meist auch für andere dann die Möglichkeit, ehrlich zu sein. Ich sage, wo immer es geht, was mich ärgert oder bedrückt. Ich bin damit immer gut gefahren. 

Wichtig ist meines Erachtens das Gleichgewicht. Das meine ich nicht esoterisch, sondern ganz praktisch: Wer sich gut ausgleichen kann, fühlt sich besser (auch motivierter), weil er nicht so belastet ist. hat weniger Frust und kommt besser voran. Wie aber kann man ausgeglichener werden? Für mich zählen da:

  1. Schlaf. Ich brauche einfach meinen Schlaf. Und da ich im Zwei-Schicht-System arbeite, heißt das: oft Jetlag. Ich achte auf meinen Schlaf. An den freien Tagen gehe ich feiern. Aber da muss sich jeder/jede selbst einschätzen
  2. Luft. Klingt blöde, stimmt aber. Eine Runde laufen, am besten in der Nähe von Bäumen oder gleich im Wald. Ich bin dann ein neuer Mensch.
  3. Badewanne vor dem Schlafengehen, gerade bei Schichtwechsel. Ich kann mich da herrlich entspannen und werde müde, obwohl ich vorher wach war. 
  4. Rückenschule. Wer aufrecht steht, hat mehr vom Leben, und in der Pflege gilt das umso mehr. Man muss das wirklich nicht jeden Tag machen. Zwei Mal die Woche reicht bei mir. Dauert zehn Minuten. Hinterher belohne ich mich.

Alles in allen würde man das ein “Feel-Good-Manager” (dieses Berufsbild gibt es wirklich) wohl Selbstfürsorge nennen. Ich glaube, jede/r muss da einen eigenen Weg finden. Wie schafft ihr es in der Waage zu bleiben, damit der Arbeitsalltag euch nicht überrollt? Wo holt Ihr Euch Kraft her? Wie motiviert Ihr Euch, morgens aufzustehen und einen neuen Tag zu begrüßen?

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